Gruppentherapie Leitfaden

Im Folgenden soll ein kurzer Überblick gegeben werden, wie Sie sich den Rahmen einer Gruppentherapie vorstellen und die Sitzungen am besten für sich nutzen können.

Verbindlichkeiten

Verschwiegenheit

Was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe. Es herrscht eine strenge Vertraulichkeit. Alle Teilnehmenden verpflichten sich, keinerlei Information außerhalb der Gruppe weiterzugeben. Dies gilt auch nach Beendigung der Therapie.

Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit

Der Gruppenprozess kann sich nur dann entwickeln, wenn ein regelmäßiges und pünktliches Erscheinen aller Teilnehmenden gewährleistet ist. Sie sind ein wertvolles und wichtiges Mitglied der Gruppe.

Freie Mitteilung / Assoziationen

Damit die Gruppentherapie ihre bestmögliche Wirkung entfalten kann, sind Sie dazu angehalten, frei zu assoziieren und mit den anderen Teilnehmenden zu interagieren. Sie dürfen in der Gruppe alles aussprechen, was Sie denken. Hier können Sie sich im geschützten Rahmen mitteilen, ohne sich von den eigenen Gefühlen von Angst, Scham und inneren Hemmungen abhalten zu lassen.

Jeder Beitrag ist wertvoll für die Gruppe und meistens sind die spontanen und vielleicht zunächst „unwichtigen" Beiträge besonders erkenntnisreich. Die Struktur und die thematische Ausrichtung entstehen durch die gruppendynamischen Prozesse und werden weniger von der Gruppenleitung vorgegeben.

Selbstöffnung

Im Rahmen der Gruppensitzungen kann der Gedanke, sich den anderen mitzuteilen, erst einmal verunsichernd wirken. Sie bestimmen selbst, welche Themen Sie mit der Gruppe teilen wollen. Im Prozess werden Sie merken, dass auch unangenehme oder belastende Themen durch die Gruppe getragen und bearbeitet werden können.

Den Blick nach innen schärfen

Während der Sitzungen sind Sie dazu angehalten, immer wieder in sich hinein zu horchen. Versuchen Sie, die eigenen Affekte, Gedanken und Körperempfindungen wahrzunehmen und zu versprachlichen. Lassen Sie auch die Mitteilungen der anderen Teilnehmenden auf sich wirken.

Nicht-Verstehen

In der tiefenpsychologischen Arbeit geht es auch immer wieder darum, innere Prozesse wahrzunehmen, ohne direkt eine Erklärung finden zu müssen. Es entsteht ein Raum, in dem wir etwas Neues lernen können. Gemeinsam mit der Gruppe versuchen wir, innere Prozesse zu verstehen. Das Verstehen ist ein längerer Prozess, welcher Zeit benötigt. Wir erhalten uns eine neugierige Haltung, mit welcher wir Unverstandenes besser kennenlernen wollen.